Tag 1 Pagosa Springs – Monument Valley
Heute Mittag um Punkt 12 Uhr habe ich Pagosa Springs
verlassen. Unglaublich, dass ich ganze 6 Wochen dort verbringen durfte. Nun
geht es weiter. Mein Weg fürhte mich heute ins legendäre Monument Valley,
Schauplatz für unendlich viel Filme. 237 Meilen bin ich heute gefahren. Auf
meinem Weg habe einen Zwischenstop am
Vier Länderpunkt von Utha, Colorado, Arizona und New Mexiko gemacht. In
einem Reiseführer habe ich gelesen, dass der eigentliche Grenzpunkt um ein paar
Meilen verschoben wurde, so dass er direkt an der Touristenroute liegt. Wie
clever. Natürlich gab es jeder Menge Souvenirs zu kaufen. Damit konnte ich mich
zurückhalten. Statt dessen habe ich die Aussicht in alle Richtungen genossen.
Die Landschaft ist wirklich so komplett anders als bei uns.
| Campground in Monument Valley |
| Monument Valley kurz vor Sonnenuntergang |
| Sonnenaufgang um 6.30 Uhr im Monument Valley |
| auf dem Weg zum Grand Cannyon |
| Grand Cannyon - North Rim |
| Grand Cannyon |
Am Abend bin ich dann endlich im Monument Valley angekommen.
Auf dem Campingplatz „Gouldings“ habe ich einen Zeltplatz reserviert und dort
mein 4-rädriges Blechzelt hingestellt. Die Pizza vom Vortag hat wunderbar als
Abendessen gedient. Belohnt wurde ich noch mit einem sehr schönen
Sonnenuntergang. Der Campingplatz lag sehr schön, etwas erhöht und geschützt
zwischen Felsen. Von hier aus hatte man einen tollen Blick auf die
Felsformationen des Monument Valley. Ganz ehrlich:ich hatte es mir noch viel
größer und ausgedehnter vorgestellt. Drum war ich auch nicht traurig, dass ich
bislang noch nicht auf dem Pferderücken hierdurch geritten bin.
Nach einer durchwachsenen Nacht, in der mich die dünne
Isomatte alle Knochen hat spüren lassen, war ich um 6 Uhr wach. Als ich meinen
Kopf hob, erblickte ich den Sonnenaufgang! Großartig. Also raus aus den
Federnn, Kamera geschanppt und und Bilderjagd gegangen. Es ist immer wieder
erstaunlich, welch gute Bilder meine kleine Leica Kamera schießt (danke Papa).
Heute früh war dann wieder einer dieser Tage wo ich mir was in den Kopf gesetzt
hatte. Ich wollte sofort los fahren, und zwar nicht den 17 Meilen Rundkurs
durchs Monument Valey, sondern auf zum Grand Cannyon. Lessons Learned am ersten
Reisetag: Tanke dein Auto schon am Vorabend voll, so dass du in der Früh direkt
durchstarten kannst. Um 6.30 Uhr war ich also wieder auf der Piste. Bis ich in
Kayenta angekommen war, hatten dort die ersten Tankstellen glücklicherweise
schon geöffnet.
Tag 2 Monument Valley – Grand Cannyon North Rim – Jacob Lake
(Kaibab National Forrest)
Nachdem die erste Nacht recht bescheiden war, ich meinem
Auto aber treu bleiben wollte, verweilte ich doch bis 8 Uhr in der Früh auf dem
ACE Parkplatz in Kayenta, um eine Luftmatraze zu kaufen. Beim ersten flüchtigen
Durchsuchen des Baumarktes fand ich nur extra große Luftmatrazen, bei genauem
Lesen stellte ich aber die Maße 188x82x26cm statt. Das klang gut und schwupp
die wupp, war das Ding gekauft – inkl. batteriebetriebener Luftpumpe.
Die heutige Fahrt war sehr beeindruckend. Die Landschaft
wechselte immer wieder: von gelben Wüstensand über rote Cannyonerde,
Birkenwälder und grüne Wiesen war alles dabei. Lessons Learned Nummer 2: tanke
wann immer es geht. Ich habe mir zwar ein Navi gekauft, das liegt aber immer
noch originalverpackt im Handschuhfach. Ich fahre derzeit noch mit der guten
alten Landkarte, was sehr viel Spaß macht. Da USA doch recht groß ist und die
Karte den kompletten Westen anzeigt, dachte ich, dass die Städte, die auf
meinem Weg liegen und in der Karte genannt sind, recht groß sein müssten.
MÜSSTEN! Teilweise war das wirklich nur eine Ansammlung von 3-4 Häusern. Goot
sei Dank musste ich Lektion 2 nicht erst selbst erfahren, sondern habe dies im
Vorfeld von Lektion 1 abgeleitet. Also immer schön fleißig tanken. Wenn ich das
hier richtig überreiße, kostet der Liter Super Benzin ca. 1 USD, also weniger
als 1 Euro. Das waren noch Zeiten in Europa ….
Auf meiner Fahrt konnte ich den berühmten Colorado River
überqueren. Leider machte mir meine Höhenangst einen kleinen Strich durch die
Rechnung, als ich den Fluss von der Fußgängerbrücke aus betrachten wollte. Mehr
als 10m auf die Brücke und immer schön in der Mitte habe ich mich nicht getraut
L gut dass es einen Zoom
an der Kamera gibt J
Der Grand Cannyon National Park ist riesig und als gemeiner
Tourist hast du die Möglichkeit dich entweder für den südlichen oder den
nördlichen Teil zu entscheiden. Laut Reiseführer finden lediglich 10% aller Touristen ihren Weg gen Norden. Einer
davon war ich. Die Strecke war einfach beeindruckend schön. An einem Punkt
musste ich einfach anhalten, um auch mal Photos aus dem Stand zu erhalten (und
nicht immer nur welche während der Fahrt). Ich sags euch: die Schönheit konnte
nicht auf Photo festgehalten werden. Alles war so groß und umwerfend, ich habe
es versucht, aber die Bilder spiegeln noch nicht einmal ansazuweise wider, was
ich gesehen habe.
Bei der Einfahrt in den Grand Cannyon National Park war der
Parkwächter so freundlich mich darauf hinzuweisen, dass es eine vergünstigte
Nationalparksammelkarte gibt, die sich dann rechnet, wenn ich mindestens 4
Nationalparks besuche. Nach kurzer Überlegen kam ich auf mindestens vier, so
dass wieder 80USD den Besitzer wechselten. 40 Meilen fährt man von der
Hauptroute gen Einbahnstraße und für eine ganze lange Weile glaubt man in den
Bayrischen Alpen unterwegs zu sein. Eine schmale Straße, gesäumt von grünen
Wiesen, bunten Blumen, Kiefern und Birkenwäldchen. Der Unterschied nach einer
Stunde fahrt: in den Alpen schaut man den Berg hinauf, hier schaut man
urplötzlich in den Cannyon Abgrund!
Natürlich war für uns Touristen alles schön präpariert, so
dass auch ich Höhenangsthase zu den schönen Aussichtsplattformen laufen konnte
um den grnadiosen Anblick zu genießen und dank Panoramafunktion meiner Kamera
auch festzuhalten. Umwerfend schön und einmalig – so was gibt es wirklich nicht
überall.
Jetzt sitze ich an meinem Pickniktisch und schreibe die
Zeilen der ersten 2 Tage. Ich bin gespannt, wass ich das nächste Mal wieder
Internetzugang habe, so dass ich euch diese Zeilen und die Photos zukommen
lassen kann.
| mein neues Luxusbett |
| Campingplatz |
| die Waschräume und Toiletten |
Ach ja, glücklicherweise bin ich nicht alleine auf dem
Campingplatz, denn dann wäre ich immer noch dabei meine Luftmatraze
aufzublasen. Trotz neuer Batterien funktioniert die Pumpe leider nicht. Habe
diese komplett auf den Kopf gestellt, auch mal die Batterien „verkehrt“
eingebaut. Made ich China –> man weiß ja nie. Dies hat aber leider alles
nichts geholen, so dass ich meine nächsten Nachbarn 50m weiter um Hilfe gebeten
habe. Dies hatten das gleiche Pumpenmodell wie ich nur strombetrieben. Also
habe ich mein zukünfitges Bett zu ihnen getragen, aufgepumpt und glücklich
zurück zu meinem Highlander gebracht. Da die Luftmatraze doch etwas
raumfüllender ist als die schmale Isomatte, mussten ein paar Umräummaßnahmen
her. Dank des großen Autos hat aber alles Platz. Die Nacht kann kommen.
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