Gus war gestern bei der Demo auf einmal ein wenig lahm links vorne. :-( Blöd. Heute früh um 8 Uhr konnte glücklicherweise Jim Crew direkt noch mal zur Ranch kommen. Heute war die Lahmheit weniger deutlich als gestern. Jim schickte uns in den Roundpen. Gus trabte zuerst rechts rum, wobei er ziemlich deutlich sichtbar humpelte. Als er dann links rum lief war dies Lahmheit deutlich weniger bis fast nicht mehr zu sehen. Hmmm, how interesting. Seine Theorie dazu: wenn scheinbar in unserem Falle das linke Vorderbein lahm zu sein scheint, dann müsste es im Trab auf der linken Hand deutlicher zu sehen sein. Es war aber genau umgekehrt. Für ihn ist dies der Folgeschluss, dass mit dem Rücken des Pferdes etwas nicht stimmt. Und warum ist der Rücken schlecht? Vielleicht weil die Hinterhufe zu empfindlich sind. Seiner Beschreibung nach versucht das Pferd irgendwie das Gewicht von den Hinterhufen zu holen und verkrampft deswegen seine Rückenmuskulatur (das was das, was ich bei seinem starken Süd-Amerikanischen Akzent verstanden habe).
Er hat bei beiden Hinterhufen die deutlich zu langen und hohen Eckstreben entfernt, was schon eine Verbesserung brachte. Ich bin auf Gus Rücken geklettert und habe ihn den Playground auf einer geraden Linie leicht bergab und leicht Berg auf getrabt. Berg auf war es schon viel besser und ich spürte kaum was.
Am Mittag kehrte Jim zurück und wir haben seine Hinterhufe beschlagen. Dies ließ ihn direkt viel besser laufen und von der Lahmheit vorne links war nichts mehr zu sehen.
Man muss wissen, der Boden hier ist wirklich massiv hart und steinig und für ungeübte Hufe fast nicht zu schaffen. Für Gus war es einfach viel zu viel. Nun muss sich sein Rücken noch erholen und entkrampfen.
| Gus nach dem beschlagen der Hinterhufe |
In unseren Coaching Remudas haben wir heute den Soft Touch und Resting Hands wiederholt. Desweiteren haben wir die Reihenfolge von "Control, teach, refinement und reinforcement" aufgelistet mit dem Hintergedanken, dass wir uns immer bewusst sein sollen, in welcher dieser 4 Phasen wir uns bewegen. Anschließend gab es noch eine kleine Simulation zum Thema Körperposition zum Anhalten. Hierbei immer an den Michael Jackson Hüftschwung denken. D.h. das Bekcen nach hinten kippen, im Oberkörper aufrecht bleiben. Dies sollte das Pferd zum Anhalten veranlassen. In den Simulationen konnte man als Pferd selber ser gut spüren, wann ich anhalten wollte und dabei automatisch den Rücken aufgewölbt habe. Wenn mein Reiter ein falsche Bewegung gemacht hat, ließ mich das nach vorne fallen und ich drückte meinen Rücken weg. Das war spannend.
Mein Highlight des Tages war sicherlich die Verladedemo am Hänger. Cezanne hat mir dem Leasehorse von Karin gespielt. Er ist ein Missouri Foxtrotter, was ich im ersten Augenblick, als er lostrabte, vergessen hatte. "Der trabt aber komisch - schaut aus wie Pass ....... Es ist Pass - es ist ein Gangpferd!" Tataaaaaaa!
Cezannes Strategie war es, den Hänger als einen "Sweetspot" zu installieren. Dazu nahm sie gegeüber vom Hänger einen 2. Sweetspot (einen Baumstumpf) zur Hilfe um dem Pferd ersteinmal das Spiel zu erklären. Ziel war es, dass das Pferd ein großes verlangen spürt in den Hänger zu gehen und sie dort förmlich hin zieht. Sie wollte ihn nicht per Driving game in den Hänger "schieben", sondern es sollte die Idee des Pferdes werden, so dass das Pferd ihr das Seil "aus den Händen zieht".
Das Pferd hat alle Horsenalities gezeigt. Cezanne sagte, dass du deswegen immer flxibel mit deiner Annäherung und deiner Strategie sein musst, aber im Hinterkopf immer dein eigentlich Spiel behalten musst. Wenn das Pferd z.B. sehr emotional geworden ist, ist sie gar nicht erst zum Hänger gegangen, sondern hat der Pferd alles Adrenalin aus seinem Körper laufen lassen, hat also seine Füße bewegt. Sobald es wieder connected war, ist sie zum Hänger zurück und hat für einen Versuch gefragt.
In einer Situation war sie mitten drin beim verladen, und in dieser Situation ist das Pferd emotional geworden und wollte weg. Hier ist Cezanne am Ball geblieben und hat das Pferd nochmals gefragt in den Hänger zu steigen und das so lange, bis es sich wieder beruuhigt hatte. Warum das ganze? Da mitten beim Verladen war, wollte sie nicht, dass das Pferd seinen "Release" weit weg vom Hänger bekommt. Denn dann lernt das Pferd, wenn ich mich nur lang genug aufrege, dann bringt mein Mensc mich hier schon raus, und ich muss da nicht mehr einsteigen.
Schließlich nach eingen hochs und tiefs ist das Pferd in den Hänger gestiegen und blieb auch dort. Anfangs stürmte es aber ziemlich rückwaärts aus dem Hänger. Dies ist der Moment, wo du dein Pferd noch mal für vorwärts in den Hänger fragst, bis es schließlich ruhig austeigen kann. Denn wenn sie rückwärts aus dem Hänger schießen, denken sie nicht an den Hänger oder über den Hänger nach. Erst wenn der Kopf beim aussteigen auch gerade bleibt, ist das Pferd mental, emotional und physisch mit dem Hänger verbunden.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.